Zwei Perspektiven, eine Idee
Über das Projekt
Carolin Schürmann und Dolf Schäffel kommen aus unterschiedlichen fachlichen Richtungen. Was sie verbindet, ist weniger eine gemeinsame Sicht auf die Dinge als die Erfahrung, wie wertvoll ein gutes Gegenüber sein kann: eines, das mitdenkt, nachfragt und nicht immer derselben Meinung sein muss.
Nicht immer einer
Meinung
Kennengelernt haben wir uns vor vielen Jahren im Kölner Disch-Haus, damals beide bei Publicis in der Gesundheitskommunikation. Mit unterschiedlichen Rollen, Perspektiven und Temperamenten. Carolin beschreibt sich rückblickend als pushy, Dolf als ihren moralischen Kompass.
Was unsere Zusammenarbeit stark gemacht hat, war nicht, dass wir uns immer einig waren. Im Gegenteil. Wir konnten einander widersprechen – und gerade dadurch gemeinsam weiterkommen.
Wenn Reibung nicht mehr produktiv ist
Dass das nicht selbstverständlich ist, haben wir später selbst erlebt. Mit mehr Druck und veränderten Rollen wurden Dinge irgendwann weniger ausgesprochen, Perspektiven weniger miteinander abgeglichen. Aus produktiver Reibung wurde Distanz.
Was die Zusammenarbeit wieder möglich gemacht hat, war nicht weniger Unterschiedlichkeit. Sondern mehr Reflexion: die eigene Perspektive hinterfragen, die Wahrnehmung des anderen stehen lassen und wieder offen sagen, was man sieht – auch wenn es unbequem ist.
Mensch und Reflexion
Carolin Schürmann
Carolin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Abhängigkeitserkrankungen, Stigmatisierung und professioneller Reflexion. Sie interessiert besonders die Frage, was Menschen brauchen, um auch über Unsicherheit, Scham oder schwierige Gefühle offen sprechen zu können.
Carolin Schürmann und Dolf Schäffel im Gespräch beim Deutschen Suchtkongress 2026
Mensch und Technologie
Dolf Schäffel
Der Gegenpol muss nicht überzeugen.
Dolf kommt aus der Healthcare-Kommunikation und beschäftigt sich mit Gesprächsführung und neuen Formen der Mensch-KI-Interaktion. Ihn interessiert dabei weniger, was Technologie Menschen abnehmen kann, sondern wie sie Menschen darin stärken kann, ihre eigene Expertise, Urteilskraft und Handlungsfähigkeit zu nutzen.
Manchmal reicht es, wenn er den eigenen Blick verändert.
Die Idee dahinter
Kann KI ein Gegenüber sein, das professionelles Denken nicht ersetzt, sondern in Gang bringt?
Aus dieser Überlegung ist der Reflexionsraum entstanden. Ein sprachbasiertes Gegenüber, das Kontext aufnimmt, nachfragt, Perspektiven öffnet, Muster sichtbar macht – und auch widersprechen darf.
Denn gute Reflexion beseitigt Reibung nicht. Sie kann aus ihr Erkenntnis machen.
Probieren Sie den Reflexionsraum aus und machen Sie sich in Ruhe ein eigenes Bild.